2018 wird mit einigen neuen Trends in Sachen Webdesign und Webentwicklung aufwarten. Design wird dabei eine immer geringere Rolle spielen. Warum? Unter anderem, weil das Web immer komplexer wird.

Webdesign als rein optische Komponente spielt heutzutage kaum mehr und in Zukunft noch weniger eine Rolle. Waren Trends vergangener Jahre noch von konventionellem Design geprägt (welche sich heute eigentlich nur noch in E-Mail-Newslettern wiederfinden – siehe fixe Definitionen oder gar Tabellen als Layout-Gerüst wie in den 90ern), ist Design heutzutage im Grunde mehr Entwicklung als Gestaltung und die Funktionalität weitaus wichtiger als das reine Look & Feel.

Themen, die die Trends 2018 setzen werden, sind deshalb ganz andere. Unter anderem nimmt der Minimalismus seit einigen Jahren als wichtiger Bestandteil eines seriösen Auftritt immer mehr zu und wird angesichts der stetig wachsenden Mobil-Nutzung des Web auch nicht mehr verschwinden. Viele erkennbare Entwicklungen werden sich 2018 erst so richtig erstarken.

Kräftige, flächige Farben

Design muss sich immer von anderen absetzen. Bold Colors, also „Fette Farben“, heißt das neue Schlagwort. Dh Farben werden möglichst kontrastreich eingesetzt – zum Teil so, dass der Einsatz schon etwas Mut erfordert. Kräftiges mischen ist erlaubt, solange das Gesamtbild harmonisch bleibt.

Weiche, komplexe Mikro-Interaktionen

Mikrointeraktionen sind bzw. werden wichtige Interface-Elemente, die zwischen den Besuchern und den Zielen stehen sollen. Websites ähneln sich optisch immer stärker – mit kleinen technisch versierten Interaktionen sorgt man für Individualität und für Differenzierung. Die Darstellung dafür wird in Zukunft noch komplexer und aufgrund geschickter Animationen sich noch nahtloser anfühlen als bisher.

SVG, individuelle Illustrationen

SVG als Vektorformat eignet sich hervorragend für den Einsatz auf responsiven Websites. Die Darstellung muss nicht Pixel-basiert rauf- oder runtergerechnet werden, sondern bleibt bei allen Auflösungen gleich scharf und knackig in der Abbildung. Auch die SVG-Unterstützung in Browsern ist heute kein Thema mehr.

Die ästhetische und technische Qualität von Bildern hat sich in den letzten Jahren (vor allem durch die Vielzahl professioneller und kostenloser Foto-Anbieter) deutlich erhöht, was den Effekt der Gleichförmigkeit eher verstärkt als gemildert hat. Illustrationen hingegen erleben deshalb auch einen Aufstieg in der Gunst von Webdesignern und Kunden. Eine individuell erstellte Illustration passt besser zu minimalistischen Entwürfen mit knalligen Farben und sieht dennoch nicht aus wie die vom Wettbewerber nebenan. Mit Fotos lässt sich das kaum vermeiden und eine Foto-Session ist meist auch teurer als eine Illustration.

Echte, authentische Fotos

Mit Fotos von der Stange (an denen es ja wie erwähnt keinen Mangel mehr gibt) wird es schwierig, sich vom Mitbewerber abzusetzen. Manchmal ist das überhaupt nicht erforderlich – manchmal aber schon, weshalb man einen anderen Ansatz wählen soll: Authentischere Fotos. Klingt plausibel. Nur wie? ZB Fotos als Stories betrachten – Schlagwort Storytelling mit Bildmaterial. Dh die Fotos zeigen nicht mehr nur das Produkt in professioneller Darstellung, sondern sie erzählen eine Geschichte, die mit dem Produkt zu tun hat. Um authentisch zu wirken reicht im besten Falle sogar nur eine Smartphone-Kamera. Was möchte man wie warum darstellen?

Neue, interessantere Typografie

Die Zukunft der Typografie ist farbig. Color Fonts, also Farb-Schriften, sorgen dafür, dass ein und derselbe Buchstabe mehrere Farben haben kann. Farbige Schriften können gar das Design deutlicher dominieren, als Bilder. Auch der Einsatz von sog. „Variablen Fonts“, welche sich in Echtzeit manipulieren lassen, wird für Verbesserungen sorgen – zB um sich mehrere Schriftarten für marginale Änderungen wie „thin“ oder „bold“ zu sparen.

Virtual, augmented Reality

VR und AR sind zwar keine neuen Themen mehr, doch erst jetzt wird diese Technologie Massen-tauglich und kann auf einen rasanten technischen Fortschritt verweisen. Smartphones bieten die ideale Plattform für Experimente mit der augmentierten, erweiterten Realität (siehe Pokemon Go). Auch Google unterstützt Designer beim Einstieg mit seiner Poly-Plattform.

Progressive, Web App

Der Kampf „Progressive Web App“ vs. „Native App“ geht 2018 in die nächste Runde und wird einen Sieger hervorbringen: PWA. Der Trend geht weg von der nativen App, weil durch progressive Web Apps mobil nutzbare Web-Angebote sich progressiv an die Fähigkeiten des sie nutzenden Gerätes und Browsers anpassen – je leistungsfähiger das Gerät und der Browser, desto leistungsfähiger die App. Zur Erstellung werden ausschließlich offene Webstandards verwendet. Progressive Web Apps stehen und fallen mit der Browser-Unterstützung und können derzeit noch nicht auf alle Gerätefunktionen zugreifen, weshalb sie für manche Anwendungsfälle (noch) ungeeignet sind.

Sprache als Suchwerkzeug

SEO mal anders: Trend zur Sprachsuche. Immer mehr Nutzer suchen nicht mehr nach einzelnen Schlüsselwörtern über die konventionelle (Google-)Suche, sondern in ganzen Sätzen über div. Sprachassistenten. Es gilt also, Inhalte auf diese neue Form der Inhaltsfindung vorzubereiten!

Conversational Interfaces

Konversation ist das Synonym zur Kommunikation. Benutzer-Interfaces die „conversational“ sind, gehört die Zukunft. Chatbots und kommunizierende Sprachsteuerung wie Alexa und Co setzen diesen Trend fort.

Künstliche Intelligenz

Projekte wie Googles Deeplearn.js lässt grüßen.

 

Quelle: drweb.de