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Das Online-Netzwerk Facebook führt seine Leser auch zu Texten im Netz. Für Medienunternehmen wird Facebook deswegen immer wichtiger.

Welche Nachrichten im Netz gelesen werden, beeinflusst das Online-Netzwerk Facebook zunehmend. So kommen immer mehr Nutzer der großen US-Nachrichtensender über soziale Netzwerke auf die Artikelseiten. Diese Erkenntnis beruht auf einem Ergebnis des Forschungsinstituts Pew Research Center for the People and the Press.

Der wachsende Einfluss Facebooks auf die Nachrichtenauswahl kommt zustande, indem Nutzer von Online-Netzwerken ihre Freunde auf bestimmte Artikel hinweisen. Die „Empfehler“ klicken dann den „Gefällt-mir“-Button oder bestimmte Nachrichten auf der Facebook-Seite an. Häufig nutzen sie auch die Möglichkeit, die ausgewählten Nachrichten kurz zu kommentieren.

Das Klicken auf die neuesten Meldungen auf der Facebook-Seite bewirkt, dass Facebook die Leser auf bestimmte Webseiten treiben kann, andere gar nicht berücksichtigt und so beeinflusst, welche Nachrichten für die Masse der 500 Millionen Netzwerk-Nutzer wichtig sind.

Die New York Times verdankt der Studie zufolge bereits sechs Prozent ihrer Besucher dem Netzwerk. Die Internetseiten der TV-Sender CNN und ABC News bekommen ihre Besucher bereits zu sieben Prozent über Facebook. Grundlage des Berichts waren Daten, die das Marktforschungsunternehmen Nielson in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres erfasste.

Google noch vor Facebook

Facebook sei demnach für drei Prozent der Besuche auf 21 wichtigen Nachrichtenseiten in den USA verantwortlich, die für die Untersuchung Einblick in die Daten ihrer Nutzer gaben, erklärte Amy Mitchell, die Koautorin der Studie.

Die Suchmaschine Google ist aber derzeit noch für rund 30 Prozent der Besuche auf den großen Nachrichtenseiten verantwortlich. „Wenn die Suche nach Nachrichten bisher eine der wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnt war, dann könnte bald das Teilen von Nachrichten die wichtigste Entwicklung darstellen“, so das Pew Research Center.

Facebook setze aber mit den Hinweisen auf Nachrichten und andere Textbeiträge von Onlinemedien einen neuen Trend, meint das Forschungsinstitut.

Der Konzern hat dabei eine besondere Bedeutung: Das Online-Netzwerk zählt inzwischen etwa 500 Millionen Nutzer. Mehr als jede andere Webseite ermöglicht daher das soziale Netzwerk Hinweise auf anderen Content im Netz. Das Teilen der Hinweise wird auch als Sharing bezeichnet.

Die Bedeutung Facebooks als Nachrichten-Vermittler ist auch deutlich größer als die von Twitter. Der Kurznachrichtendienst ist durchschnittlich für weniger als ein Prozent des Traffics auf den großen Nachrichten-Portalen verantwortlich. Nur die Los Angeles Times bekam mehr Traffic von Twitter als von Facebook, zeigte die Pew-Untersuchung.

Quelle: taz.de

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