Digitale Transformation. Mehr als ein Schlagwort. Und mehr als nur ein Trend. Eher eine unaufhaltsame Entwicklung, die die kommenden Jahre Einfluss auf unser aller Leben nehmen wird. Ein Resümee.

Digitale Transformation

Digitale Transformation (DT, auch Digital Business Transformation) ist laut Online-Enzyklopädie etwa so definiert, dass durch digitale Medien und des Internets bzw. durch deren Möglichkeiten und Potentiale, sich das Fundament jedes Unternehmens in seiner Strategie, Struktur, Kultur und seinen Prozessen verändern wird. Unternehmen begegnen den Veränderungen des Digitalzeitalters (Digital Age). Change Management wird dabei zur Pflicht und erschließt neue Geschäftschancen sowie die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle durch ein Unternehmen ab.

Das fortschreitende digitale Zeitalter führt zu einem Wandel des bestehenden Verständnisses von Kunden, Geschäftsbeziehungen und Wertschöpfungsketten. Die IT verändert sich und Unternehmen müssen sich anpassen. Was passiert aber mit der Gesellschaft? Welche digitalen Veränderung und Auswirkungen kommen da auf uns zu?

Perpetual Disruption

Der Autor Alain Veuve von t3n.de schreibt von „Perpetual Disruption“ und meint in etwa damit, dass diese Zeit des heftigen Wandels nicht einfach mal abgeschlossen sein wird und das es dabei um mehr als nur um „digitales“ gehen wird. Deshalb folgt danach auch ein neues gesellschaftliches und wirtschaftliches Zeitalter, welches bisherige Regeln und Gesetzmäßigkeiten grundlegend neu definieren wird.

Ein Zeitalter in das wir quasi gerade eintreten und bereits geprägt ist von immer schneller werdenden Wandlungszyklen. Wiederkehrende Wandlungszyklen sind bald nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel und werden getrieben vom exponentiell wachsenden technischen Fortschritt.

Technologischer Fortschritt laut Alain Veuve

Betrachtet man das technologische Wachstum über die letzten 10.000 Jahre, entspricht das in etwa einer exponentiellen Kurve. Bild: Alain Veuve

Kurz gesagt: Wir werden also in den nächsten Jahren eine Welt sehen, wie wir sie uns heute noch gar nicht vorstellen können. In etwa so wie sich jemand 1915 die Welt von 2015 hätte nicht vorstellen können. Nur geschehen diese Veränderungen nicht mehr erst in 100 Jahren und erlebt von uns keiner mehr mit, sondern passieren in 20 Jahren und bekommen wir noch fast alle mit!

Für Veuve ergeben sich daraus interessante unternehmerische und gesellschaftliche Fragestellungen zu diesen Herausforderungen:

Unternehmerische Herausforderungen:

Gesellschaftliche Herausforderungen:

  • Wie gehen wir mit veränderten Wertvorstellungen, getrieben durch neue technologische Möglichkeiten, um?
  • Wie kann unser Rechtssystem mit den raschen Veränderungen mithalten?
  • Wie verändert sich die Art zu lernen und die Lerninhalte in einer Gesellschaft in der Wissen de Fakto unbeschränkt verfügbar ist?
  • Wie geht die Gesellschaft mit dem Verlust der (scheinbaren) materiellen Sicherheit um?
  • Wie beschäftigt sich eine Gesellschaft sinnvoll wenn der Erwerbsarbeitsanteil weiter sinkt?
  • Wie gehen wir mit den gesellschaftlichen Auswirkungen eines immer längeren Lebens um?
  • Wie definieren wir unsere Beziehung zu Geräten die über künstliche Intelligenz verfügen?
  • Wie verhindern wir eine weitere technisch bedingte Spaltung der Weltbevölkerung?

Früher sind die technologischen Verbesserungen in großen Zyklen geschehen und waren eher von evolutionistischer Natur. Das sind sie im Grunde genommen auch heute noch, nur sind die Zyklen so viel kürzer und sind von der Entwicklung überrascht. Laut Veuve ist die Technologie – neben Gesellschaft und Business – deshalb jenes Feld, welches jeder Unternehmer permanent verstärkt im Blick haben sollte:

„Die Digitale Transformation ist sozusagen die Aufwärmphase für den Marathon der Perpetual Disruption. Stellen Sie sich das so vor: Wenn die Digitale Transformation die Adventszeit ist, ist die Perpetual Disruption Weihnachten. Mit dem Unterschied, dass dieses Weihnachten für die nächsten 150+ Jahre täglich in exponentiell ansteigender Anzahl gefeiert wird. Am 1. Januar feiern wir bereits 128 x Weihnachten. Das Beispiel erscheint als krass – ist es aber im Grunde genommen nicht.“
Alain Veuve

Digital ist erst der Anfang

Natürlich dominiert derzeit das „Digitale“ die heutigen Technologietrends, ist jedoch nicht der einzige Treiber hinter den zukünftigen Veränderungen. Es geht um Technologie, die sich ständig verbessert und verbilligt, um letztendlich fundamentale Probleme der Menschen zu lösen. Es geht wieder mehr um traditionell unternehmerische Merkmale, also große Visionen und Träume zu entwickeln, verbunden mit dem Willen echtes, unkalkulierbares unternehmerisches Risiko einzugehen. Und diese Tugenden – so meint auch der Auto – sind den meisten heutigen Unternehmern und Managern abhanden gekommen, da der Nachkriegsboom dafür sorgte, dass man Geschäfte nicht mehr machte sondern nur verwaltete.